Tankarten & Technik
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Unterirdischer Öltank (Erdtank): Besonderheiten und Pflichten

Ein unterirdischer Öltank – auch Erdtank genannt – liegt verdeckt im Erdreich und ist nur über den Domschacht zugänglich. Genau diese Bauweise macht ihn unsichtbar im Garten, aber besonders überwachungsbedürftig: Erdtanks sind in Deutschland unabhängig von der Größe immer sachverständig prüfpflichtig, und Schäden bleiben lange unbemerkt.

Ratgeber · Deutschland · Aktualisiert Juni 2026 · heizoeltank24

Was ist ein Erdtank und wo liegt er?

Ein Erdtank ist ein Heizöltank, der vollständig außerhalb des Gebäudes im Erdreich eingebaut ist – meist unter dem Garten, der Einfahrt oder dem Vorplatz. An der Oberfläche sichtbar bleibt nur der Deckel des Domschachts. Anders als ein Kellertank oder eine Batterietankanlage im Haus entzieht sich ein unterirdischer Öltank damit der täglichen Sichtkontrolle.

Verbreitete Größen liegen zwischen etwa 3.000 und 50.000 Litern; in Ein- und Zweifamilienhäusern sind 5.000 bis 10.000 Liter typisch. Der Vorteil: kein Platzbedarf im Haus und kein Ölgeruch in Wohnräumen. Erkauft wird das mit deutlich höheren Anforderungen an Technik, Überwachung und Prüfung – denn was im Boden liegt, lässt sich nicht einfach in Augenschein nehmen. Viele Erdtanks stammen zudem aus den 1960er- bis 1980er-Jahren – ein Alter, in dem Beschichtung und Stahlwand besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Bauarten: Stahl, GFK, ein- und doppelwandig

Für Erdtanks haben sich in Deutschland zwei Werkstoffe durchgesetzt:

  • Stahltanks nach DIN 6608: liegende, zylindrische Behälter. Moderne Ausführungen sind doppelwandig (DIN 6608-2) mit einem Überwachungsraum zwischen Innen- und Außenwand.
  • GFK-Tanks (glasfaserverstärkter Kunststoff): kugel- oder zylinderförmig und von Natur aus korrosionsbeständig gegenüber Bodenfeuchte.

Entscheidend ist die Wandung. Nach § 17 AwSV müssen unterirdische Tanks für wassergefährdende Stoffe grundsätzlich doppelwandig ausgeführt und mit einem Leckanzeigegerät überwacht sein. Das Gerät erzeugt im Zwischenraum ein Vakuum oder einen Überdruck (alternativ wird eine Kontrollflüssigkeit genutzt). Wird eine der beiden Wände undicht, fällt der Druck ab, und ein optischer sowie akustischer Alarm wird ausgelöst – das Leck wird erkannt, bevor Öl ins Erdreich gelangt. Übliche Leckschutzsysteme arbeiten als Unterdruck-, Überdruck- oder Flüssigkeitssystem; welches passt, richtet sich nach Tank und Einbausituation.

Heizöl ist als wassergefährdender Stoff (WGK 2) eingestuft. Schon geringe Mengen können sehr viel Grundwasser verunreinigen – daher die strengen Anforderungen an doppelwandige Bauweise und Leckschutz beim Erdtank.

Der Domschacht als einziger Zugang

Der Domschacht ist die begehbare Öffnung über dem Tank und der einzige Zugang zu seinen Armaturen. Hier sitzen Grenzwertgeber, Entnahme- und Füllleitung, Belüftung und das Leckanzeigegerät. Über den Domschacht erfolgen Befüllung, Wartung und die wiederkehrende Sachverständigenprüfung.

Nach TRwS 791 muss der Domschacht dicht gegen drückendes Wasser sein, damit kein Grund- oder Oberflächenwasser eindringt. Er darf keine Abläufe in die Kanalisation besitzen, alle Rohr- und Kabeldurchführungen müssen dauerhaft abgedichtet sein, und der Deckel muss tagwasserdicht sowie – je nach Lage – begeh- oder befahrbar sein. Ein durchfeuchteter oder beschädigter Domschacht zählt zu den häufigsten Mängeln und ist ein Einfallstor für Korrosion an den Armaturen.

Prüfpflicht: immer – und in Schutzgebieten häufiger

Der wichtigste Unterschied zu vielen oberirdischen Tanks: Ein unterirdischer Öltank ist unabhängig von seiner Größe immer prüfpflichtig. Weil ein Leck im Erdreich nicht sichtbar ist, stuft der Gesetzgeber das Gefährdungspotenzial hoch ein.

  • Wiederkehrende Prüfung: alle 5 Jahre durch einen behördlich anerkannten Sachverständigen.
  • Wasserschutz- und Überschwemmungsgebiete: verkürztes Intervall von 2,5 Jahren (alle 30 Monate).
  • Zusätzlich: Prüfung vor der Inbetriebnahme und bei der Stilllegung.

Zum Vergleich: Ein oberirdischer Tank bis 10.000 Liter ist außerhalb von Schutzgebieten nicht sachverständig prüfpflichtig, sondern nur eigenüberwachungspflichtig. Für den Erdtank gilt diese Erleichterung nicht. Zwischen den Sachverständigenprüfungen bleibt der Betreiber zudem zur regelmäßigen Eigenkontrolle verpflichtet – etwa der Sichtprüfung von Domschacht, Leckanzeige und Füllstand.

Die Prüfung übernimmt ein unabhängiger Sachverständiger (z. B. TÜV oder DEKRA). Mängelbeseitigung, Reinigung, Sanierung und Stilllegung dagegen sind nach AwSV den zertifizierten Fachbetrieben vorbehalten.

Einwandige Erdtanks: nur mit Innenhülle weiterbetreibbar

Ältere Anlagen sind häufig einwandige Stahltanks (DIN 6608-1). Im Neubau sind sie unzulässig; im Bestand dürfen sie nur weiterbetrieben werden, wenn sie nachgerüstet wurden. Nach § 68 AwSV ist dafür erforderlich:

  • eine positive Zustandsbegutachtung durch einen Sachverständigen,
  • der Einbau einer Leckschutzauskleidung (Innenhülle),
  • ein Leckanzeigegerät, das den Raum zwischen Innenhülle und Tankwand überwacht.

Mit der Innenhülle gilt der Tank technisch als doppelwandig und überwacht. Fehlt die Nachrüstung, wird ein einwandiger Erdtank bei der Prüfung als erheblicher oder gefährlicher Mangel eingestuft – am Ende droht die Stilllegung. Ob sich eine Sanierung lohnt oder ein Austausch beziehungsweise ein Heizungswechsel sinnvoller ist, hängt vom Tankzustand und Ihren längerfristigen Plänen ab.

Besondere Risiken: Korrosion, Altlasten und Auftrieb

Die verdeckte Lage bringt drei Risiken mit sich, die oberirdische Tanks so nicht kennen:

  • Verdeckte Außenkorrosion: Die äußere Schutzbeschichtung (etwa aus Bitumen) kann über Jahrzehnte verspröden oder durch Steine verletzt werden. Es entsteht Lochfraß von außen, der bei einer Innenreinigung nicht sichtbar wird.
  • Altlasten: Ein unbemerktes Leck führt zu schleichender Bodenverunreinigung. Spätestens bei Stilllegung oder Grundstücksverkauf können daraus erhebliche Sanierungskosten entstehen.
  • Auftrieb bei Grundwasser und Hochwasser: Ein leerer oder teilbefüllter Erdtank wirkt wie ein U-Boot. Steigt das Grundwasser oder kommt es zum Hochwasser, kann der Tank ohne ausreichende Auftriebssicherung (Verankerung, Erdüberdeckung) aufschwimmen, Leitungen abreißen und Öl freisetzen.

Hinzu kommt die Haftung: Nach § 89 WHG haftet der Verursacher eines Gewässerschadens verschuldensunabhängig – also auch ohne eigenes Verschulden. Wer einen Erdtank betreibt, sollte die Prüfungen deshalb lückenlos einhalten und auf eine passende Gewässerschaden-Haftpflicht achten.

Wird der Tank stillgelegt, ist das bei der Unteren Wasserbehörde meldepflichtig: Ein Fachbetrieb entleert und reinigt, sichert die Leitungen durch Blindsetzen, sorgt für den Entsorgungsnachweis und verfüllt den Behälter bei Bedarf (in Verkehrsflächen mit Magerbeton). Eine Stilllegungsprüfung durch einen Sachverständigen schließt das Verfahren ab. Solche Arbeiten gehören – wie schon die wiederkehrende Prüfung – in die Hände eines zertifizierten Fachbetriebs nach AwSV.

Häufige Fragen

Muss ein unterirdischer Öltank immer geprüft werden?

Ja. Erdtanks sind unabhängig von ihrer Größe sachverständig prüfpflichtig: alle 5 Jahre, in Wasserschutz- und Überschwemmungsgebieten alle 2,5 Jahre. Zusätzlich wird vor der Inbetriebnahme und bei der Stilllegung geprüft.

Darf ich einen einwandigen Erdtank weiter betreiben?

Nur eingeschränkt. Nach § 68 AwSV ist eine positive Zustandsbegutachtung durch einen Sachverständigen sowie die Nachrüstung mit Innenhülle (Leckschutzauskleidung) und Leckanzeigegerät erforderlich. Ohne diese Nachrüstung droht die Stilllegung.

Woran erkenne ich, ob mein Erdtank doppelwandig ist?

Ein deutliches Indiz ist ein Leckanzeigegerät im Domschacht, das den Überwachungsraum zwischen den Wänden kontrolliert. Im Zweifel klären das die Anlagendokumentation, ein Sachverständiger oder ein Fachbetrieb.

Was passiert mit einem Erdtank bei Hochwasser?

Ein leerer oder teilbefüllter Erdtank kann aufschwimmen, wenn das Grundwasser steigt oder Hochwasser eintritt. Eine Auftriebssicherung (Verankerung, ausreichende Erdüberdeckung) verhindert, dass der Tank aufschwimmt und Leitungen abreißen.

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