Kellertank für Heizöl: Aufstellung und Sicherheit
Der Kellertank ist die häufigste Form der Heizöllagerung im Wohnhaus: ein oder mehrere Behälter, die oberirdisch in einem Heiz- oder Lagerraum im Keller stehen. Damit ein solcher Tank sicher und störungsfrei arbeitet, kommt es auf die richtige Aufstellung, einen geeigneten Aufstellraum und funktionierende Sicherheitseinrichtungen an. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Sie in Österreich achten sollten.
Der Kellertank im Überblick
Als Kellertank bezeichnet man einen oberirdisch aufgestellten Heizöltank, der in einem Innenraum des Gebäudes – meist im Keller – steht. Im Unterschied zum erdverlegten Erdtank ist er jederzeit zugänglich, sichtbar und damit leicht zu kontrollieren. Das macht ihn zur am weitesten verbreiteten Lagerform für Heizöl im Wohnbau.
Aufgestellt wird der Tank entweder direkt im Heizraum neben dem Ölkessel oder in einem separaten Lagerraum. Welche Variante zulässig ist, hängt unter anderem von der gelagerten Ölmenge und der baulichen Situation ab. Größere Mengen werden häufig in einem eigenen, vom Heizraum abgetrennten Lagerraum untergebracht; kleinere Mengen dürfen oft im selben Raum wie die Feuerungsanlage stehen. Die maßgeblichen Grenzen ergeben sich in Österreich aus dem Landesrecht und sind je nach Bundesland unterschiedlich.
Anforderungen an den Aufstellraum
Der Raum, in dem ein Kellertank steht, muss das Heizöl im Normalbetrieb sicher halten und im Schadensfall zurückhalten. Allgemein – und unabhängig vom konkreten Bundesland – spielen dabei diese Punkte eine Rolle:
- Dichter Boden und dichte Wände: Der Aufstellraum bzw. der Auffangbereich sollte flüssigkeitsdicht und ölbeständig ausgeführt sein, damit austretendes Öl nicht in Boden, Mauerwerk oder Kanalisation gelangt.
- Auffangraum: Bei einwandigen Tanks muss ein Auffangraum (Auffangwanne) vorhanden sein, der den Tankinhalt im Leckfall zurückhält. Doppelwandige Tanks bringen diese Rückhaltefunktion in der zweiten Wand bereits mit.
- Abstände: Rund um den Tank ist ein gewisser Abstand zu Wänden und zwischen den Behältern sinnvoll, damit sich der Tank von allen Seiten kontrollieren und warten lässt. Auch zu Wärmequellen wie dem Ölkessel ist ein Mindestabstand einzuhalten.
- Lüftung: Der Raum muss ausreichend be- und entlüftet sein, damit sich keine Öldämpfe ansammeln. Eine Be- und Entlüftungsöffnung ins Freie ist üblich.
- Schutz vor Hitze und Frost: Der Aufstellort sollte vor offener Flamme und starker Wärme geschützt sein; Heizöl muss frostfrei, darf aber auch nicht zu warm gelagert werden.
Die konkreten Bauvorgaben – etwa zu Bodenbeschaffenheit, Mindestabständen, zulässiger Lagermenge je Raum oder zur Lüftung – sind in Österreich nicht bundesweit einheitlich geregelt, sondern ergeben sich aus dem Landesrecht (Bau-, Heizungsanlagen- bzw. Feuerungsanlagenrecht der Bundesländer) und einschlägigen ÖNORMen. Verbindlich Auskunft geben die zuständige Behörde (Bezirkshauptmannschaft bzw. Magistrat) und ein konzessionierter Fachbetrieb.
Bauformen: Stahltank, Kunststofftank und Batterietank
Für die Aufstellung im Keller kommen vor allem oberirdische Behälter aus Stahl oder Kunststoff infrage. Sie unterscheiden sich in Material, Bauweise und Platzbedarf:
- Stahltank: Ein robuster, geschweißter Behälter aus Stahlblech. Stahltanks gibt es ein- und doppelwandig. Sie sind stabil und langlebig, aber anfällig für Korrosion von innen, wenn sich am Boden Kondenswasser sammelt.
- Kunststoff-Einzeltank: Ein einzelner Behälter aus Kunststoff, häufig leicht durchscheinend, sodass der Füllstand von außen sichtbar ist. Kunststofftanks sind korrosionsbeständig und vergleichsweise leicht.
- Batterietank: Mehrere schlanke Kunststofftanks werden zu einer Batterietankanlage zusammengeschaltet und über gemeinsame Leitungen befüllt und entnommen. Der Vorteil: Die einzelnen Behälter passen durch normale Kellertüren und lassen sich auch in engen Räumen aufstellen.
Welche Bauform passt, hängt von Raumzuschnitt, gewünschter Lagermenge und Budget ab. In engen oder verwinkelten Kellern ist die Batterietankanlage oft die praktikabelste Lösung, weil sie sich aus einzeln tragbaren Behältern aufbauen lässt.
Sicherheitseinrichtungen am Kellertank
Ein sicherer Kellertank ist mehr als nur ein Behälter. Mehrere Einrichtungen sorgen dafür, dass beim Befüllen und im Betrieb kein Öl unkontrolliert austritt:
- Grenzwertgeber: Er stoppt die Befüllung automatisch, bevor der Tank überfüllt wird. Der Tankwagenfahrer kuppelt sein Befüllsystem an den Grenzwertgeber an; meldet dieser „voll", schaltet die Pumpe ab. So wird ein Überlaufen beim Liefern verhindert.
- Auffangwanne / Auffangraum: Bei einwandigen Tanks hält die Auffangwanne austretendes Öl zurück. Sie ist die „zweite Verteidigungslinie", falls die Tankwand einmal undicht wird.
- Antiheberventil: Liegt die Entnahmestelle des Brenners tiefer als der Ölstand im Tank, verhindert das Antiheberventil, dass bei einem Leitungsbruch Öl selbsttätig über den Hebereffekt ausläuft.
- Leckanzeige: Doppelwandige Tanks besitzen eine Leckanzeige, die den Zwischenraum der beiden Wände überwacht und Alarm gibt, sobald eine Wand undicht wird.
- Füllstandsanzeige: Sie zeigt den aktuellen Ölvorrat an und hilft, die Bestellmenge richtig zu planen.
Tipp: Prüfen Sie vor jeder Öllieferung, ob der Grenzwertgeber funktioniert und die Anzeigen plausibel sind. Die meisten Ölschäden im Keller entstehen nicht durch den Tank selbst, sondern durch eine fehlerhafte Befüllung.
Wartung, Reinigung und Kontrolle
Ein Kellertank ist wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Weil er gut zugänglich ist, lässt er sich leicht im Blick behalten – nutzen Sie diesen Vorteil:
- Regelmäßige Sichtkontrolle: Achten Sie auf feuchte Stellen, einen Ölfilm, Verfärbungen oder Ölgeruch im Heizraum. Bei durchscheinenden Kunststofftanks ist ein Schlammspiegel am Boden direkt erkennbar.
- Reinigung: Über die Jahre sammeln sich am Tankboden Ölschlamm und Kondenswasser. Eine fachgerechte Tankreinigung entfernt diese Ablagerungen und beugt Korrosion und Brennerstörungen vor – als Richtwert etwa alle 5 Jahre bei Stahl-, alle 7 bis 10 Jahre bei Kunststofftanks.
- Sicherheitseinrichtungen prüfen: Grenzwertgeber, Leckanzeige und Ventile gehören regelmäßig auf ihre Funktion kontrolliert.
- Auffangwanne frei halten: Im Auffangraum dürfen keine Gegenstände gelagert werden, die im Schadensfall die Rückhaltung behindern.
Rechtliches und Fachbetrieb
Wie ein Kellertank aufgestellt, gesichert und wiederkehrend überprüft werden muss, ist in Österreich nicht bundesweit einheitlich geregelt. Ein zentrales Öltank-Gesetz wie in manchen Nachbarländern gibt es nicht; maßgeblich sind das Landesrecht der Bundesländer und einschlägige ÖNORMen. Ob und in welchem Abstand Ihre Anlage zu prüfen ist, welche Lagermenge in welchem Raum zulässig ist und welche Bauausführung verlangt wird, kann daher von Bundesland zu Bundesland abweichen.
Für Aufstellung, Anschluss, Prüfung und Reinigung eines Kellertanks ist deshalb ein konzessionierter Fachbetrieb die richtige Adresse: Er kennt die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes, stellt die Behälter normgerecht auf, schließt die Sicherheitseinrichtungen korrekt an und dokumentiert die Arbeit. So ist sichergestellt, dass Ihr Heizöllager im Keller nicht nur funktioniert, sondern im Ernstfall auch sicher ist.